Der Fuchs geht um !! – Teil 1

Der Fuchs geht um !! – Teil 1 oder Endspeisung à la DL6FH

Kapitel I – Die Multibandantenne (40m, 20m ,15m und 10m)

Endgespeiste Antennen waren mir eigentlich von je her suspekt. Im Hinterkopf hatte ich da immer diesen weit verbreiteten 1:9-er. Benutzt wird ein Draht, mit nicht resonanter Länge (z.B. 16,2m), bei dem vom einem Fußpunktwiderstand von ca. 450 Ω ausgegangen wird. Der UnUn übersetzt in die Nähe von 50 Ω, den Rest erledigt ein Tuner. In meinen Augen ist dieses Ding eine Bankrotterklärung für jeden Funkamateur!

Mit diesem regelrechten Feindbild stolperte ich über die sogenannte HyEndFed 5 Band Antenne der Holländer. Nachdem ich mich mit dem Funktionsprinzip der Antenne, mit ihrem 1:64 UnUn befasst hatte, entschloss ich mich diese Antenne zu testen. Mit sehr großem Erfolg.

Im Unterschied zum 1:9er wird hier ein resonanter Strahler angeschlossen, der sich auf mehreren Bändern in einer Halbwellenresonanz befindet. Das SWR auf den Bändern 40m, 20m, 15m und 10m war so, dass man tatsächlich keinen Tuner brauchte und die Rapporte waren durchweg überzeugend.

(Da ich eine Monobandantenne für 80m habe, vernachlässige ich dieses Band an dieser Stelle)

Die Nachteile dieses Antennenprinzips liegen aber auch auf der Hand. Ohne Mantelwellensperre handelt man sich schnell unangenehme Störungen ein und die maximale Leistung liegt bei 200 Watt. Darüber grillt man den FT240-43.

Bei meinen Recherchen im Netz stieß ich auf den guten alten Fuchskreis.

(Quelle AA5TB)

Bei dieser Konstruktion wird ein Lufttrafo verwendet, bei dem die Primär- und die Sekundärseite galvanisch getrennt sind. Da hier kein hoch-permäabler Ring zum Einsatz komm, muss die Kopplung mittels Resonanz im Sekundärkreis hergestellt werden. Diese errechnet sich schlicht mittels der bekannten Thomsonschen Schwingungsgleichung.

Nach einigen Rechenversuchen entschied ich mich für eine Induktivität von 2µH und einen Schubert DK6 Kondensator mit 12-260 pF mit Motor. Das ergibt einen Abstimmbereich von 6,9MHz bis 31MHz. Die Spule fertigte ich aus 6mm² Kupfer in dem ich den starren Draht in 16 Windungen über einen 25mm Stab wickelte. Die Primärspule besteht aus zwei Windungen 1,5mm² Cu-Lackdraht mit einem Durchmesser von 35mm.

Das Übersetzungsverhältnis in Windungen ist somit 2:16 also 1:8. Das ergibt eine Widerstandsübersetzung von 1:64. Der Fuchskreis übersetzt somit 3200 Ω nach 50 Ω was für den Bereich von 40m bis 10m adäquat ist.

Um den Frequenzbereich seitens der Antenne abzubilden, kommt ein simpler Draht mit einer Länge vom 19,8m zum Einsatz. Dieser bietet auf 40m einer halben Welle, auf 20m einer ganzen Welle, auf 15m eineinhalb Wellen und auf 10m zwei ganzen Wellen Platz. Man befindet sich auf diesen vier Bändern am Ende des Strahlers also immer im Spannungsbauch ==> 3200Ω.


Hier der fertige, bereits in einer IP66 Box verbaute, Fuchskreis. Um die Eigeninduktivität der Primärspule zu kompensieren ist noch ein 100pF Kondensator eingebaut. Dieser bewirkt eine bessere Anpassung ab 21MHz aufwärts.

Als einfacher aber effektiver Versuchsaufbau um die Funktion der Anpassung zu testen dient ein 3,3kΩ Widerstand, der mit dem Antennenanschluss und dem Massepunkt verbunden wird. Diese Anordnung ist benutzbar um die Messungen mittels Antennenanalyzer vorzunehmen. Der Widerstand löst sich binnen Sekunden in Rauch auf, schließt man einen TRX an und sendet – und seien es auch nur 5 Watt!

Die erhofften Messergebnisse stellen sich nun erfreulicher Weise wie folgt dar:

 

Es lassen sich natürlich alle beliebigen Frequenzen zwischen 6,8MHz und 30MHz einstellen, jedoch wird der Strahler auf diesen Frequenzen einen deutlich niedrigen Fußpunktwiderstand als 3200Ω haben und somit keine Anpassung auf 50Ω zustande kommen.

Wie bei einem normalen Dipol auch, benötigt auch der Fuchskreis ein Gegengewicht. Für den Notfall ist es durchaus eine Option Ground auf den Kabelschirm zu brücken. Das wird in den meisten Fällen passabel funktionieren. Jedoch hebelt man damit die galvanische Trennung komplett aus und man benötigt wieder zwingend eine Mantelwellensperre.

Aus dem Schaltungsdiagramm von AA5TB geht hervor dass ein Radial mit einer Länge von 0.05 Lambda angeschlossen werden soll. Diese kurzen Radiale haben ein R vom 1800Ω und ein J von +/-0Ω. Das funktioniert bestens zwischen 10m und 20m. Darunter jedoch nicht mehr. Auch die Breitbandigkeit leidet. Ich bin dazu übergegangen ¼ Wellen-Radiale einzusetzen. Diese können problemlos mit Spulen stark verkürzt werden. Hat das Radial noch einen Fußpunktwiderstand von 500Ω funktioniert es immer noch besser als Gegengewicht als ein 0.05 Lambda Radial das mit 1800Ω daher kommt.

Im Unterschied zu diversen OM´s im Netz, die alle Monobandantennen bauen ist dies eine Multibandversion. Nach dem Motto „Versuch macht kluch …“ habe ich einfach vier Radiale statt einem angeschlossen und stellte zu meiner großen Freude fest, dass das absolut problemlos funktioniert. Alle vier Bänder lassen sich perfekt abstimmen, so dass mein Daiva CN-801 keinen nennenswerten Rücklauf mehr anzeigt

Die maximale Belastbarkeit dieser Anordnung liegt oberhalb vom 800W PEP. Meine Ameritron AL-811H bringt die Fuchsantenne auf keinem Band ins Schwitzen. Weiter ist es möglich die Antenne innerhalb des Bandes leicht „nachzumatchen“. Bewegt man sich in Richtung der Bandenden, einfach ein/zwei Klicks auf die Abstimmtaste – passt ! Das funktioniert jedoch nur in engen Grenzen. Es ist NICHT möglich die Antenne auf z.B. 17m anzupassen. Ein Fuchskreis ist kein Tuner!!

Diese Antenne ist nun meine Hauptantenne, mit er ich die meiste QSOs fahre. Wie schon die HyEndFed zuvor leistet sie beste Dienste mit dem Vorteil, dass man das SWR nicht einfach hinnehmen muss, sondern etwas nachregeln kann und die Tatsache dass das Ding richtig Power wegsteckt 😉

Es werden auf dieser Basis noch weitere Projekte folgen.

Bis dahin,

vy 73 de Frank DL6FH.