Die 80m Erweiterung für den „Big Stick“ (MFJ-2286)

Die 80m Erweiterung für den „Big Stick“ (MFJ-2286)

Meine positiven Erfahrungen mit dem 5m Teleskop veranlassten mich, über eine Erweiterung für 40m nachzudenken. Wie in einem anderen Projekt nachzulesen ist, realisierte ich dies mittels eines L-Matchs für kurze Antennen. Jedoch ist dieser Aufbau recht umfangreich und aufwendig. Die Anpassung an sich ist recht groß und nimmt im Urlaubsgepäck viel Raum ein. Daher erschien mir eine einfachere Alternative sinnvoll.

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Aus dem Betrieb mit dem L-Match ging hervor, dass man die Koppelkapazität, wenn diese einmal für ein Band eingestellt ist, für den Betrieb innerhalb des Bandes nicht nachstellen muss. Mehr noch, sie schien immer etwa gleich zu sein – unabhängig z.B. vom Standort. Dies würde es erlauben, die Kapazität als Festwert mittels eines spannungsfesten, keramischen Cs auszuführen.

Um an konkrete Werte zu kommen, beschloss ich, meinen L-Match auf mein Autodach zu packen und die Antenne auf das obere Bandende von 80m, also 3800 kHz einzustellen. Anschließend demontierte ich die Anpassung, öffnete sie und maß die Werte der Komponenten mit Hilfe eines L/C-Meters aus.

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Ergebnis:

C: 1100pF  L: 28μH

Die Idee war, eine Kombination aus einer selbst gebauten 80m Erweiterung, der original 40m Spule von MFJ und dem 5m Teleskop aufzubauen. Dabei addiert sich die Induktivität der 80m Erweiterung zu der der 40m MFJ Spule auf. Die Abstimmung über das gesamte Band ist dann mittels der Krokoklemme der MFJ Spule möglich. Die Kapazität wird dann mit Ground verbunden und matcht dann den Fußpunktwiderstand der Antenne auf 50 Ω.

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Bei früheren Projekten hat sich für mich als rundes Gehäuse die Kombination aus 130mm Abluftrohr und 125mm HT-Rohrkappen sehr bewährt und sollte auch hier als Spulenkörper Anwendung finden. Im ersten Schritt ermittelte ich, wie viele Windungen benötigt würden und wie breit die Wicklung sein würde. Es stellte sich heraus, dass die 13 Windungen aus H05V-k 0,75 etwa 30mm breit sind und damit genau auf das dünne Klebeband passen.

Zwischenablage04

Noch die Spule drauf …

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Zwischenablage06 Und zur Fixierung Band drum rum

In den Deckel baute ich eine sogenannte 3/8 Zoll Durchführung ein. In den Boden kam einfach eine 30mm lange 3/8 Zoll Schraube mit Feingewinde und ein Anschluss für die Erdung.

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Der Kondensator ist an der 3/8 Zoll Schraube und der Masseklemme angeschlossen. Das fertige Produkt sieht dann so aus:

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Wie sollte es auch anders sein, teste ich so was immer mit meinem Kumpel Sascha DC5PS. Dieser rückte mit seinem 3er-Magnetfuß an, und wir schritten zur Tat.

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Die Messergebnisse waren perfekt und im Laufe des Abends verlegten wir auf die Wiese hinter unserem Haus und machten einige QSOs damit auf 80m. Eines davon mit 5/7 nach England. Bei einem aktuellen Versuch wurde Sascha von Wörth aus mit 5/9+ in Norddeutschland gehört.

Diese nette Erweiterung ist ein schönes Bastelprojekt, so man denn einen „Big Stick“ besitzt. Diese Erweiterung macht die Antenne aber auch für Leute mit E-Lizenz interessant, da nun die Möglichkeit des Betriebs auf 80m besteht.

Beim Bau sollte in Betracht gezogen werden, dass die Kapazität des Kabels direkten Einfluss auf den Wert des benötigten Kondensators hat. Je länger das Kabel, desto kleiner kann die Kapazität sein. Die 1100 pF in diesem Beispiel beziehen sich auf eine Kabellänge (RG58U) von ca. 5 bis 6m.

In den nächsten Monaten werde ich an einer weiteren Evo-Stufe arbeiten, bei der ich die Spule mit Ground verbinde und die Einspeisung mittels Spulenabgriff realisiere. Damit entfällt die Koppelkapazität.

Bis dahin 73 de Frank DL6FH.