Die Plexiglas-Antenne

Die Idee zu dieser Antenne hatte Frank DL6FH. Es entstand zunächst in mehreren Stufen ein L-Match für zu kurze Antennen, der auf dem Fahrzeugdach aufgestellt wird. Das Fahrzeug wird als Gegengewicht genutzt, um den 5m langen Strahler stufenlos mittels einer Rollspule zwischen 30m und 80m in Resonanz zu bringen. Ein Einkoppel-C generiert die 50 Ω.

Antenneauto1

Diese Anordnung wurde dann noch durch eine Zusatzspule auf 160m erweitert. Die überraschend guten Eigenschaften der Antenne auf 40m und 80m machten das Konzept für Frank zum Erfolg. Volkers Gedanke, dass das interessante Innenleben dem Betrachter vorenthalten würde, brachte uns dann auf die Idee, das Projekt für uns drei zu wiederholen – diesmal aber mit dem totalen Durchblick!

Wie bei solch einem Projekt üblich, begann nun die Beschaffungsphase. Das Internet wurde nach Plexiglasrohren und -platten durchforstet, diverse Funkflohmärkte wurden durchsucht und jede Menge Kleinkram und Elektronik beschafft.

Nun startete der Aufbau. Sascha und Frank begannen damit, den Koppel-C auf einen Montagewinkel zu schrauben und den Antrieb darauf zu konstruieren. Hier flossen eine ganze Menge Überlegungen ein. Wo sitzt der Motor der Spule, wie hoch darf die Platte werden, damit sie noch in das Rohr passt usw. .

SteuerungC

Die Konstruktion des Spulenantriebs war ähnlich komplex. Ein Problem bestand darin, dass die Welle, die in das Antriebsrad der Spule greift, nicht rund läuft und sich diese Bewegung auf den Motor überträgt. Volkers unermüdlicher Eifer brachte dann eine Walkkupplung ans Tageslicht, die das Problem löste.

MotorC

Nun folgte die Montage des Tuners auf die Plexiglasplatte. Die Anordnung der Komponenten musste ebenfalls gut durchdacht werden, damit die Konstruktion nicht zu lang wird und die Kondensatorplatten nicht bei der Drehung am Spulenmotor anstoßen. Es wurde also doch recht eng

Montage1

Im nächsten Schritt wurden die Sektorenplatten an die Trägerplatte des Tuners montiert und die 160m Spule obendrauf gesetzt. Die Bodenplatte ist mittels Langmuttern an der unteren Sektorenplatte angeschraubt und somit das abschließende und stabilisierende Element. Damit sind alle Teile fest miteinander verbunden und können als eine Einheit in das Plexiglasrohr eingebracht werden.

Montage2

Als nächstes stand die Verdrahtung an. Motoren, Endschalter, Relais und die Beleuchtung wollten verbunden werden. In Franks Projekt fand noch zusätzlich eine Farbumschaltung via HF Platz. Im Sendemoment schaltet ein Relais die Beleuchtung von weiß auf rot um. Saschas Anpassung ist blau illuminiert.

Antenneweiss Antennerot Antenneblau

Bei normaler Beleuchtung war das zunächst das Ergebnis:

2Antennen

Im nächsten Step entstand dann das Steuergerät. Es ermöglicht eine stufenlose Regelung der Laufgeschwindigkeit der Antriebsmotoren, die Auswahl der Laufrichtung der Motoren, die Zuschaltung der Beleuchtung, der 160m Spule usw. Des Weiteren sollte die Steuerung klein und handlich sein.

Steuergerät

Beim ersten Versuch die Antenne auf dem Fahrzeug zu platzieren, stellte sich heraus, dass ein Standfuß ohne eine einfache Nivellierung problematisch ist, da die Antenne immer schief steht. Dafür sorgt der Untergrund, auf dem das Auto steht, und das Fahrzeugdach selbst, das immer eine Krümmung aufweist. Es entstand als Ergebnis dieser Fuß:

Fuß1 Fuß2

Nun folgten diverse Versuche und Messungen. Während des ersten Abstimmversuchs fiel auf, dass der Drehkondensator alleine nicht in der Lage war, die Antenne über das 40m Band hinaus abzustimmen. Nach einigen Überlegungen wurde die Beschaltung des Anschaltrelais für die160m geändert, das die Spule, wenn sie nicht benutzt wird, völlig vom System trennt und nicht einfach nur kurzschließt. Dieser Eingriff brachte eine deutliche Verringerung der benötigten Koppelkapazität. Trotzdem entschlossen wir uns, noch ein Relais einzusetzen, welches einen 1000pF Kondensator zuschaltet, um immer eine Anpassung zu gewährleisten.

Die Abstimmung funktioniert nun ohne Probleme. Es ist auf jedem Band möglich, die Antenne auf ein SWR besser 1:1,2 abzustimmen.

Messung1 Messung2 Messung3

So allmählich machte sich Zufriedenheit breit. Es fehlte nur noch ein echter Funktionstest. Sascha und ich machten uns an einem herrlichen Nachmittag auf und legten los. Die Ergebnisse sprachen eine deutliche Sprache. Ordentliche Rapporte auf 40m und 80m. Der Testbericht für das 160m Band wird noch gesondert nachgereicht.

Auto2

Der Tuner ist auch in der Lage, die Antenne auf anderen Bändern anzupassen. Schiebt man den Strahler auf ca. 2m zusammen, kann man die Antenne von 10m bis 80m komplett durchstimmen. Allerdings leidet natürlich der Wirkungsgrad allgemein gewaltig. Ohnehin ist anzuraten, die Bänder zwischen 10m und 20m ohne den Tuner, allein durch Variieren der Länge des Teleskops selbst, abzustimmen, denn das war nicht die Intention der Anpassung.

Wichtig für den Betrieb der Antenne ist eine saubere Masse! Die Kopplung bei Frank findet über den im Dach eingebauten PL-Fuß statt. Sascha und Volker haben an der Heckklappe ein Massekabel angeschlossen. Die Kopplung, die ein Magnetfuß oder diverse Magnetmatten liefern, reichen bei den niederen Frequenzen nicht aus!

Vielleicht hat Euch dieser Bericht gefallen und inspiriert. Lasst es uns wissen, wenn Ihr ein solches Projekt startet und berichtet uns von Euren Erfahrungen. Wir brennen auf neue Anregungen und Verbesserungen.

Zum Schluss noch einige Daten zum Projekt:

Durchmesser der Röhre: 150 mm
Länge der Röhre: 500 mm
Gesamthöhe der Anpassung: 600 mm
Strahlerlänge: 5 m
Strahler Typ: MFJ-1979 Teleskopstab
C: 30-1500 pF + 1000 pF
L: 0-55 μH
L 160m: 90 μH
Maximale Leistung: 100 W
Frequenzbereich: 1,6 MHz – 2,2 MHz, 3,4 MHz – 11 MHz

Es war viel Arbeit, aber es hat sich gelohnt! Am wichtigsten bei solchen Aktivitäten ist immer die engagierte Kooperation zwischen guten Freunden.

Danke Freunde!!!