Projekt „OSCHI 1“

Projekt „OSCHI“

oder

Das Lied vom hohen „Q“

Der gemeine Funkamateur kennt ´ne Menge Lieder, die er immer wieder gerne singt. Da wäre die Ode vom Tuner oder mannigfaltige Weisen vom Langdraht mit 1 zu 9er. Unvergessen die „Kakophonie Nr.5 der Monster-Quadloop“ oder die viel besungene G5RV ….

In unseren zurückliegenden Aktivitäten sind wir bewusst aus diesem leicht müden Kanon ausgeschert. Die Gründe sind einfach. Neben den teilweise zweifelhaften Eigenschaften so manchen Drahtverhaus, ist da der aufwendige und zeitraubende Aufbau: Masten, Schnüre, Drähte und so weiter ….

Projekte, wie z.B. die Plexiglasantenne haben sehr deutlich gezeigt dass es auch anders geht!

Nun sind jedem, der sich etwas mit Antennentechnik auseinander setzt, die Nachteile einer Verlängerungsspule direkt im Fußpunkt einer Antenne bewusst. Man packt die Drahtwindungen genau in den Strombauch. Energievernichtung at its best. Benutzt man dann noch „schlechte“ Spulen, generiert man Verluste um Verluste. Um dem entgegenzuwirken, greift man zu guten Induktivitäten; also mit hoher Güte (Q). Die Güte hängt direkt vom Ohmschen Widerstand, dem Durchmesser und dem Windungsabstand ab.

Der eine oder andere OM hatte bestimmt auch schon mal das diffuse Verlangen, fingerdicken Draht auf einen Putzeimer zu wickeln …. wir haben´s getan !! Also zumindest so ähnlich 😉

Unser Ansatz beinhaltet eine 165mm KG-Rohr Muffe und zwei Verschlusskappen (Materialwert 6,60 €) und 4m 10mm² Schlauchleitung. Sechs Windungen mit einer Steigung von je einem cm pro Windung ergeben eine Induktivität von ca. 7,8 µH. Ein Koppel-C von 500pF gegen GND und fertig ist der Lack.

Die Werte ergeben bei voll ausgezogenem 5m Teleskop eine Resonanz bei 6980 kHz. Also knapp unterhalb 40m. Um auf 7100 kHz zu kommen, muss man den Strahler etwa 10cm einschieben. Damit kann man variabel auf Umgebungseinflüsse oder veränderte Kabellängen reagieren.

Unerlässlich für die Funktion ist eine gute Masse. Magnetfüße reichen bei Weitem nicht aus, um ein ausreichendes Gegengewicht zu gewährleisten. Eine möglichst kurze Verbindung zur Karosserie ist unumgänglich. Ich nutze ein 60cm langes Kabel mit einer Polklemme, die ich an den PL-Fuß im Dach klemme.

Ein überaus wichtiges Kriterium für das Design ist eine möglichst kurze Aufbauzeit (t < 5 Minuten). Das erzwingt quasi eine einfachste Konstruktion, die sicher reproduzierbar funktioniert und aus wenigen Elementen besteht.

Wie meist, ist die einfachste Lösung auch die beste. Schlicht drei 81mm Topfmagnete drunter, Silikon-Verhüterlis drüber und das Ding steht wie ´ne Eins – in Rekordzeit!!

Und hopp – drauf auf´s Dach … 🙂

. noch die Strippen dran und das war´s !!

Im Übrigen muss der TRX nicht zwingend im (eigenen) Fahrzeug sein. Das System erlaubt ohne Weiteres abgesetzten Betrieb. Ein langes Kabel dran und auf der Parkbank Platz genommen. Das ist doch auch viel bequemer.

OSCHI-1“ für 40m hat sich bereits während des ILLW bewährt. Ordentliche Rapporte und zahlreiche Verbindungen in ganz Europa sprechen eine deutliche Sprache.

Die Idee zu dem Projekt hatten Frank DL6FH und Wolfgang DK4WN. Tatkräftig bei der Umsetzung hat Sascha DC5PS geholfen. Wie immer machen solche Gemeinschaftsprojekte am meisten Spaß.

Wie sich der „OSCHI“ weiterentwickelt hat, erfahrt Ihr demnächst.

Bis dahin, 73 de Frank DL6FH.